In der Rückschau präsentiert sich die Schweiz noch lange Zeit über das Ende des Weltkriegs hinaus verklärend als friedfertige, unabhängige und humanitäre Insel in einem tobenden Europa.
Diesem Bericht nach ist es der Wehrkraft der Armee und einer vermeintlich autarken Lebensmittelversorgung durch die Anbauschlacht zu verdanken, dass das Land vor Drohung und Gewalt verschont wurde. Die Schweiz hat den Krieg nicht als Leidende, sondern demnach «als Obdach und Hilfe Gewährende» erlebt. Wie einen riesigen Ozeandampfer soll die Regierung das Land geführt haben, wie einen Dampfer, der seiner Pflicht nachgekommen sei, die Schiffbrüchigen Europas aufzunehmen.
Am 1. April 1944 werfen amerikanische Bomberstaffeln Brand- und Sprengbomben auf Schaffhausen ab. Beim Angriff verlieren 37 Menschen das Leben, gegen hundert werden zum Teil schwer verletzt und dreihundert obdachlos. Über tausend Arbeiter verlieren durch die Zerstörung von Fabriken ihren Broterwerb. Die Gefahr aus der Luft droht auch der Schweiz.